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Wie in einer Verbrennungsanlage

Der Grund für das sich in Windeseile ausbreitende Großfeuer in Bönen ist gefunden. Das dort zuhauf geschredderte und gelagerte Verpackungsmaterial tat schlichtweg nur das, wozu es die GWA sammelt und wieder verkauft: Es soll brennen wie Zunder, schnell entflammbar und mit Sauerstoff verdammt heiß. Derweil die Ursache für den bislang im Kreis Unna nicht gekannten Brand wohl niemals eindeutig zu klären sein wird, obwohl Experten unmittelbar mit ihren Untersuchungen begonnen haben. Eindeutiger hingegen die Auswirkungen dieser Katastrophe: An der Industriestraße 3 in Bönen wird nichts mehr so sein wie es war, die Recycling-Anlage der Gesellschaft für Wertstoff- und Abfallwirtschaft Kreis Unna mbH wird sich selbst von Grund auf erneuern müssen, denn das Feuer hat nahezu alles vernichtet.

Kräfte an der Grenze ihrer Kräfte

Sie waren an der Grenze ihrer körperlichen Kräfte, die vielen Feuerwehrleute aus nah und fern, die nach über 24 Stunden Einsatz auf ihre Ablösung warteten. Mittlerweile war am Sonntag alles soweit abgelöscht, dass Kräfte aller Löschgruppen aus dem Kreis Unna die weiteren Arbeiten übernehmen konnten – bis hin zur Brandwache, die bis in die nächste Woche gehen wird. „Verschwunden“ war bei der Bekämpfung des Großbrandes im übrigen das teure Fahrzeug der Löschgruppe Bergkamen mit dem wendigen Gelenk-Löscharm, das fast selbst den Flammen zum Opfer gefallen wäre. Als das Feuer von einer in die andere Halle übergriff, stand das Fahrzeug plötzlich mitten im dichten schwarzen Qualm und war für die Retter der anderen Wehren nicht mehr sichtbar. Beschädigt wurde der Gelenk-Löscharm aber noch eingeschränkt eingesetzt.

Mehrfach Schwqelbrände

Ausgerechnet in der Halle mit dem hochbrennbaren Materialien für Verbrennungsanlagen hatte sich das Feuer seine vernichtende Bahn gebrochen. Geschreddertes Verpackungsmaterial wird von der GWA für Verbrennungsanlagen so vorbereitet, dass es leicht entflammbar ist und zusammen mit Sauerstoff für hohe Temperaturen bei der Verbrennung sorgt. Für den nötigen Sauerstoff in der Lagerhalle sorgte der böige Wind, so dass der Einsatz der Bönener Feuerwehr dieses Mal nicht so verlief wie schon einige Male zuvor. Es war nicht das erste Mal, dass sich in den gelagerten Materialien ein Schwelbrand gebildet hatte. Allerdings blies bei den Einsätzen auch nicht so ein böiger Wind.

Abriss und Neubau

Zur Ursache dieser Schwelbrände gibt’s durchaus plausible Erklärungen. So kann sich das Material zum Beispiel entzünden, wenn eine Scheibe der Lagerhalle bei derartig sonnigem Wetter zum Brennglas wird. Oder die Verpackungen waren nicht so sauber, dass ein Gärvorgang Auslöser des Großbrandes war. Fest steht allein: Der Schaden geht in die Millionen, und die GWA-Anlage an der A 2 ist so keinesfalls mehr zu gebrauchen. Abriss und Neubau. Dann auf jeden Fall mit modernen Warnsystemen und aktueller Löschtechnik.

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