Freizeit
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Wächter des Westfriedhofs

Unna. Sie kommen aus Venedig, wachen über Menschen und Mythen, über Farben und Formen. Wenn das Licht dem Leuchten weicht, bewachen die „Guardians“ den Westfriedhof. Die Gestalten in ihren purpurroten Gewändern – gerade noch Protagonisten der Biennale in Venedig – erwarten die Besucher vom 13. bis 29. September zum dritten Event der „Stadtlichter“, erstmals und perspektivisch in enger Kooperation mit dem Museum für internationale Lichtkunst.

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Die letzten beiden Jahre haben gezeigt: Westfriedhof und Platz der Kulturen in Unna bieten eine eindrucksvolle Kulisse für großflächige Illuminationen aus Lichtern, Projektionen, LEDs und Leuchtfasern. Bei der dritten Auflage ergänzen nun zehn Skulpturen des österreichischen Malers, Bildhauers und Designers Manfred Kielnhofer (46) die Lichtinszenierung. Seine „Guardians“ sind aus Kunststoff gegossene Gewänder, die dem Betrachter als mystische, mönchsartige Figuren erscheinen. „Es ist faszinierend, wie ausdrucksstark und mystisch diese mannshohen beleuchteten Kunstwerke wirken“, sagt Wolfgang Flammersfeld von seinen österreichischen „Neuzugängen“, die nun unweit der Lindenbrauerei stehen.

Flammersfeld & Hartleif“ teilen den Eventbereich der „Stadtlichter“ auf dem Westfriedhof und dem Platz der Kulturen in drei Bereiche. Auf dem Westfriedhof treffen zunächst zwei „Welten“ aufeinander, hier eine mystische, geheimnisvolle Inszenierung mit Schummerlicht und nahezu unheimlich anmutenden Projektionen, dort das Areal mit farbenfrohen, heiteren Lichtkomposition. Der Platz der Kulturen bildet den dritten Part und wird mit Lichteffekten als eine Art „Kosmos“ in Szene gesetzt. Mitten drin Turrells Skyspace einmal mehr als Projektionsfläche. Die Event-Akteure Flammersfeld und Hartleif zeigen, wie perfekt sie das Spiel mit Licht und Mustern, Farben, Formen und Objekten beherrschen, um verschiedenen Stimmungen zu erzeugen.

Eröffnet wird das Event am Freitag (13. September) gegen 20 Uhr direkt nach der Vernissage im Museum für internationale Lichtkunst „Words don’t come easily“. Die neue Kooperation zwischen Stadtlichtern und Lichtkunst dokumentieren auch die Eintrittskarten, die an fast allen Veranstaltungstagen sowohl für die „Stadtlichter“ als auch für den „Skyspace“ gelten.

Stadtlichter: 13. bis 29. September, sonntags bis donnerstags 19 bis 22 Uhr, freitags und samstags 19 bis 23 Uhr, Preis 6 (3) Euro.

Manfred „Kili“ Kielnhofer (46) ist ein österreichischer Maler, Bildhauer, Designer und Fotograf.  Seine „Timeguards“ stehen an der Spitze einer langjährigen Entwicklung. Kunstkritikerin Martina Gansterer schreibt über den Linzer Künstler und seine „Lichtgestalten“: „Die ständige Auseinandersetzung mit Raumkonzepten, Skulpturen und Installationen sowie die Beschäftigung mit Mystik und Ur-Religionen führten den Künstler zu diesen seinen „Wächtern der Zeit“. 2006 entstand die erste Figur dieser Art, die an einen wandelnden, in sich gekehrten Mönch erinnert. Kielnhofer postiert seine Figuren gerne an besonderen Schauplätzen, wie alten Klöstern, vor Schlössern, Hochhäusern oder in aufgelassenen Salzbergwerken. Kielnhofers „Wächter“ erscheinen und verschwinden, nie können wir vorausahnen, wo sie das nächste Mal auftauchen. So sollen wir daran erinnert werden, dass wir niemals unbeobachtet sind. Jede unserer Taten wird von den Wächtern gesehen und bewertet.“ Wie begehrt die „Guardians“ sind, mag ein Fall von der „documanta 2012“ in Kassel belegen: Unter dem Aktenzeichen 1620 Js 6600/13 beim dortigen Amtsgericht läuft ein Betrugsverfahren gegen einen Mann, der die zwei der Skulpturen (Wert je 3000 Euro) gestohlen haben soll. -rvo-

 

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