Made in UN
Urlaubsguru vor dem Abflug

Der Urlaubsguru plant den Abflug aus dem Ecoport Holzwickede. Damit könnte die Gemeinde Holzwickede nicht nur eines der landesweit erfolgreichsten Startup-Unternehmen verlieren, sondern auch einen international agierenden Werbeträger.

Internet zu langsam

Bestätigen wollen die beiden Firmengründer und Geschäftsführer Daniel Krahn und Daniel Marx nur so viel: Man sei auf der Suche nach geeigneten Räumen. Am aktuellen Standort am „Rhenus Platz 2“ in Holzwickede macht sich ganz offensichtlich Unzufriedenheit breit. „Schnelles Internet ist für Firmen, gerade in unserer Branche, eminent wichtig“, berichteten Daniel Krahn und Daniel Marx NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart bei seinem jüngsten Besuch in Ecoport. „Es ist schon eigenartig, dass ich zuhause dreimal so schnell surfe wie hier in der Firma“, so Marx, der für diese Kritik zustimmendes Kopfnicken nicht nur vom Minister erntete. Der Wirtschaftsförderer des Kreises Unna, Dr. Michael Dannebom, weiß dazu: „Offensichtlich reicht der Druck auf die Telekom und andere Anbieter an dieser Stelle noch nicht aus.“

Von 5000 Euro auf 6,5 Millionen

Wie wichtig allerdings ein schnelles Internet gerade für den Urlaubsguru und die Muttergesellschaft UNIQ ist, belegen beispielhafte Fakten: Allein der Urlaubsguru ist eine der größten unabhängigen Reise-Internetseiten in Deutschland mit über 6,5 Millionen Facebook-Fans und monatlich über 22 Millionen Seitenaufrufen und gehört damit zu den erfolgreichsten Webseiten in Deutschland. Diese Erfolgsstory der beiden 35 und 31 Jahre jungen Gründer – Aus 5.000 Euro vermitteltem Reiseumsatz im Jahr 2012 wurden 200 Mio. Euro im vergangenen Jahr; aus anfangs 3.333 Facebook-Fans wurden 6,5 Mio. und aus einem Zwei-Mann-Hobby wurde eine Firma mit heute mehr als 170 Mitarbeitern, mit weiteren Standorten in Wien und Rio de Janeiro.

Feelgood Management

Und eben in Holzwickede, wo man stets bemüht war um das Wohl der Mitarbeiter. Der Ruheraum bei UNIQ sowie das Spielzimmer, die Firmen-Wohngemeinschaften, die die Firma für Neuankömmlinge angemietet und eingerichtet hat, aber auch das umfangreiche Feelgood Management für die Mitarbeiter beeindruckten immer wieder und nicht zuletzt den NRW-Wirtschaftsminister. Dabei weiß die Firmenleitung nur zu genau: Am jetzigen Standort sind nicht alle Wünsche und Ziele umzusetzen. Das fängt wohl bei der Anbindung des Bürohauses an und ende längst nicht bei klimatischen Problemen in den Räumen. So teilt man sich mit dem Nachbarn, dem weltweit agierenden Logistiker Rhenus, ein Taxiunternehmen für die Angestellten, die vom Bahnhof in den Ecopark wollen. Das bekannte und erfolgreiche „Feelgood-Management“ stößt derweil an jene Grenzen, die der Vermieter aufzeigt.

UNIQ bleibt UN treu

Der Aus- und Umzug scheint also beschlossene Sache, zumal Landrat Michael Makiolla und WFG-Chef Dr. Michael Dannebom unisono bestätigten, dass man an Lösungen arbeite und Standort-Alternativen untersuche. Nicht so einfach, weil die Firmenchefs neben den Anforderungen an Technik und Mobilität auch Vorlieben für den Baustil pflegen: Industrie- und Fabrikarchitektur solle es nach Möglichkeit sein. Und hier gerät die Gemeinde Holzwickede wohl ins Hintertreffen, so dass es die Gründer wieder zurückziehen könnte an die Wurzeln ihres Schaffens nach Unna. Zumal Daniel Marx und Daniel Krahn stets zu ihrem Wort standen und stehen: „UNIQ bleibt UN treu.“

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