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Umweg in Richtung Zukunft

Kreis Unna. „Ich habe nur gelächelt“, erinnert sich Dimitri Geier. Als der 21-Jährige im September 2014 seinen Ausbildungsvertrag bei der Firma Rüschkamp in Lünen unterschrieb, hat er einen weiteren Schritt in seine berufliche Zukunft gemacht. „Ich hab es geschafft, weil ich zuverlässig und fleißig bin, gerne lerne und gut ins Team passe“, sagt er stolz. Das ist der Grund, warum ihm Wolfgang Kampmann, Serviceleiter beim Autohaus Franz Rüschkamp in Lünen, den Ausbildungsvertrag angeboten hat. Zunächst startete Dimitri Geier im März 2014 seine außerbetriebliche Ausbildung als KFZ- Mechaniker bei der Werkstatt im Kreis Unna, nach dem ersten Jahr hat ihn das Autohaus übernommen.

In der Sackgasse

Denn trotz Mittlerer Reife strandeten seine zahlreichen Bewerbungen in einer Sackgasse – ein Vorstellungsgespräch ebenso. Schließlich war er einer von rund 3.300 jungen Menschen im Kreis Unna, die bei der Agentur für Arbeit als Ausbildungsplatz-Suchende gemeldet waren. „Als Spätaussiedler mit sprachlichen Defiziten und unterdurchschnittlichen Schulnoten gehört Dimitri Geier zum förderungsfähigen Personenkreis. Er hatte kaum eine andere Möglichkeit, einen regulären Ausbildungsplatz zu finden“, erklärt Irene Janotta, stellvertretende Teamleiterin beim Jobcenter Kreis Unna.

Chance auf Umwegen

So hatte Dimitri Geier eine Chance auf Umwegen: Das Jobcenter Kreis Unna vermittelte ihn an die Werkstatt im Kreis Unna. „In Gesprächen und beim Eignungstest hat er uns überzeugt“, erzählt Susanna Bartsch, Sozialarbeiterin bei der Werkstatt im Kreis Unna. Gemeinsam mit 29 weiteren jungen Menschen begann der Unnaer dort seine außerbetriebliche Ausbildung. Das Besondere: Im Rahmen eines Vertrages zwischen der Werkstatt im Kreis Unna als Ausbildungsbetrieb und dem Autohaus Franz Rüschkamp als Kooperationspartner startete Dimitri Geier seine berufliche Zukunft. Er lernt im Autohaus in Lünen, geht zur Berufsschule und bekommt vier Stunden in der Woche Stütz- und Förderunterricht bei der Werkstatt im Kreis Unna. „Wir wiederholen den Unterrichtsstoff, üben für Arbeiten und Prüfungen und helfen auch, wenn es mal private Schwierigkeiten gibt“, erklärt Susanna Bartsch und fügt hinzu: „Die außerbetriebliche Ausbildung ist eine gute Einstiegshilfe für Jugendliche, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben.“ Sie ist eine hilfreiche Brücke.

Ausweg Zukunft

Auch Wolfgang Kampmann ist von dem Konzept überzeugt: „Wir haben schon oft mit der Werkstatt zusammengearbeitet. Immer mit Erfolg.“ Die kooperierenden Betriebe profitieren nicht nur, weil die Agentur für Arbeit und das Jobcenter die Ausbildungskosten übernehmen: „Dimitri Geier hat uns mit seiner Persönlichkeit überzeugt, deswegen haben wir ihn als betrieblichen Azubi übernommen. Er passt in unser Team und ist voll dabei.“ Eine Übernahme, die nicht nur die Werkstatt im Kreis Unna, sondern auch die Agentur für Arbeit und das Jobcenter Kreis Unna freut: „Wer eine abgeschlossene Ausbildung vorweisen kann, hat die Chance auf eine berufliche Zukunft“, betont Irene Janotta.

Info: Susanna Bartsch, Werkstatt im Kreis Unna, 02306 947-720.

Die Werkstatt im Kreis Unna…

….ist einer der größten Ausbildungsbetriebe der Region: Etwa 140 Stellen in 16 Berufen bietet das Unternehmen. Die Absolventen sind, auch durch die enge Kooperation mit der heimischen Wirtschaft, gefragte Nachwuchskräfte. Hier spiegelt sich die gute und enge Zusammenarbeit mit ortsansässigen Betrieben wider.

Die Werkstatt im Kreis Unna beschäftigt, qualifiziert und unterstützt seit mehr als 30 Jahren benachteiligte Menschen in Unna und Umgebung. Gefördert werden diese Ausbildungen durch die Bundesagentur für Arbeit und das Jobcenter Kreis Unna. Die außerbetriebliche Ausbildung gibt Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Chance, einen anerkannten Beruf zu erlernen und den Weg ins Arbeitsleben zu finden. Ortsansässige Betriebe im Kreis Unna verschiedener Branchen sind die Kooperationspartner. Im Rahmen eines Vertrages zwischen der Werkstatt im Kreis Unna als Ausbildungsbetrieb, dem Kooperationspartner Betrieb und dem Auszubildenden wird der Ausbildungsverlauf verbindlich festgelegt. Die Dauer liegt je nach Beruf zwischen zwei und dreieinhalb Jahren.

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