Polizei
Rollende Gefahr auf der A 2

Neun Lkw-Fahrern wurde direkt die Weiterfahrt untersagt bei der jüngsten Kontrolle des gewerblichen Güter- und Personenverkehrs auf der A 2. Das was die Polizei und Bezirksregierung Arnsberg dabei an Fahrlässigkeit und Verstößen entdeckten, erschreckte nicht nur die Kontrolleure – von fehlender Ladungssicherheit über defekte Bremsen bis zur Überladung.

Hier einige Beispiele: Ein Sattelzug mit Auflieger eines 45-jährigen deutschen Fahrers, war mit acht so genannten „BigBags“ auf Palletten beladen. Nach vorne und hinten fehlte die Ladungssicherung und Rutschmatten, so dass sie Ladung von 9,6 Tonnen bei einer Notbremsung mit Sicherheit verrutscht wäre. Der Auflieger verfügte über keinerlei Zurrpunkte und war ungeeignet für den Transport auf Palletten. Die Beamten schrieben Anzeigen und untersagten die Weiterfahrt. Der Lkw (3,5 Tonnen) eines 52-jährigen deutschen Fahrzeugführers brachte auf der Waage ein Gewicht von über 5 Tonnen, deutlich zu schwer um weiterfahren zu dürfen. Bei einem rumänischen Sattelzug eines 48-jährigen rumänischen Fahrers war das ABS am Auflieger defekt. Bei einer Notbremsung wäre der Auflieger nicht mehr zu kontrollieren gewesen.

Internationaler Abfall

Ein besonderes Erlebnis hatten die Polizeibeamten mit einem Fernbus: Der Streifenwagen musste dem Bus zunächst ausweichen, da der Busfahrer den Wagen übersehen hatte und beinah durch einen Fehler beim Fahrstreifen-Wechsel gerammt hätte. Der 61-jährige Deutsche, weitere Fahrer und das Unternehmen müssen jetzt mit diversen Anzeigen rechnen: Im digitalen Kontrollgerät fanden die Polizeibeamten eine fremde Fahrerkarte. In sieben Fällen wurde der Bus sogar ohne Fahrerkarte gefahren. Damit nicht genug: Die Ladung eines polnischen Sattelzuges, mit einem 41-jährigen polnischen Fahrzeugführer, war absolut unzureichend gesichert. Schwerer Metallschrott lag teilweise völlig ungesichert auf der Ladefläche. Bei einer Gefahrenbremsung wäre sie durch die Gegend und vermutlich auf die Fahrbahn oder in den Verkehr auf der Autobahn geschleudert. Nach Einschätzung der Bezirksregierung besteht der Verdacht eines ungenehmigten, internationalen Abfalltransportes. Ergo auch hier: Strafanzeige und Untersagung der Weiterfahrt, bis eine Ladungssicherung erfolgt ist und eine Genehmigung durch das Bundesumweltamt vorliegt.

Insgesamt überprüfte die Polizei 69 Personen und 56 Fahrzeuge. Es wurden folgende Maßnahmen getroffen: 38 Owi-Anzeigen, zehn Verwarnungen mit Verwarnungsgeld, eine Strafanzeige, vier  Sicherheitsleistungen und neun Untersagungen der Weiterfahrt.

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