Meinung
Provinz-Posse: Landeplatz für Außerirdische

Der Mai ist gekommen, und ein ansonsten unaufgeregtes Dorfleben treibt so manche Blüte. Wenn Emanuel Geibel zudem in seinem spätromantischen deutschen Frühlingsgedicht fragt „Wer weiß, wo in der Ferne mein Glück mir noch blüht“, gibt es aktuell nur eine, eine ebenso eindeutige wie klare Antwort: Im Doppeldorf von Unna, konkreter in Mühlhausen. Hier gibt‘ s – man lese und staune – „außerirdisches“ Leben. Fürwahr eine Posse aus der Provinz.

Betreten strengstens verboten

Mai-Spaziergänger stehen staunend mitten in der ruhigen Idylle des vor sich hin plätschernden Mühlbaches urplötzlich vor einem stählernen Bauzaun, der barsch und unüberwindbar den alten Sportplatz des SSV von unberührtem und naturnahem Grünland trennt. Dahinter Schwarz auf Weiß zu lesen: „Landeplatz für Außerirdische in Mühlhausen – Betreten strengstens verboten!“

Nichtirdische Herkunft

Außerirdische? Wikipedia klärt auf: „Außerirdisches Leben ist eine Bezeichnung für Lebensformen, die auf der Erde weder beheimatet noch entstanden sind.“ Ob der zeitweise „außerirdisch“ anmutenden Ortsvorsteher-Diskussion in Mühlhausen-Uelzen mag da wohl was dran sein, zumal es bei Wiki weiter heißt: „Der Begriff deckt alle möglicherweise existierenden Arten und Erscheinungsformen von Leben nichtirdischer Herkunft ab, von einfachsten biologischen Systemen über pflanzen- und tierartiges Leben bis hin zu Lebensformen, deren Komplexität die des Menschen weit übersteigen könnte.“

Aber deshalb gleich einen Landeplatz für Außerirdische(s) einzurichten, scheint denn wohl doch arg übertrieben. Bislang stützen sich Erklärungsversuche allein und ausschließlich auf nicht beleg- oder in keinster Weise beweisbare Vermutungen, zu Beispiel: Grüne Aktivisten hätten einmal mehr in einer Nacht- und Nebelaktion den Bauzaun aufgestellt, um brütende Vögel vor frei laufend jagenden Vierbeinern zu schützen.

Erklärungsversuch

Politisch wird dieser Ansatz jedenfalls überhaupt noch nicht diskutiert, was möglicherweise aber auch mit der fehlenden Besetzung des Ortsvorsteher/innen-Amtes zu erklären sein könnte. Wohl gemerkt: Könnte, nicht müsste! – So lange schmettere der fröhliche Spaziergänger weiter unbekümmert die Maien-Melodie: „Der Mai ist gekommen… Es gibt so manche Straße, da nimmer ich marschiert; es gibt so manchen Wein, den nimmer ich probiert.“ Prost!

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