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Kirchenasyl für Frau aus Eritrea

Fröndenberg/Kreis Unna. Die Evangelische Kirchengemeinde Fröndenberg und Bausenhagen war schon immer sehr aktiv, wenn es darum ging, Flüchtlinge zu unterstützen. Nun steht sie vor einer neuen Aufgabe: Sie hat sich entschieden, ein Kirchenasyl zu gewähren.

Schaden abwenden

So beherbergt die Kirchengemeinde seit Anfang dieser Woche einer Frau aus Eritrea. Das Kirchenasyl sei die für sie einzige Möglichkeit, vor Schaden an Leib und Leben bewahrt zu bleiben, so die Vorsitzende des Presbyterium Annelie Richwin-Krause: „Sie hat eine wahre Odyssee durch Afrika, über das Mittelmeer nach Italien bis hierhin hinter sich. Jetzt steht die Rückführung ins erste Einreiseland bevor. Dort hat sie jedoch auch Schlimmes mitgemacht“, so Richwin-Krause. Nun gehe es darum, die Frist für diese Rückführung zu überbrücken, damit hier das Asylverfahren eingeleitet werden kann. Dies wäre Anfang Oktober möglich. Damit gehört dieser Fall zu der auch politisch umstrittenen Dublin II – Regelung. Diese legt u.a. fest, welcher Staat für die Prüfung eines Asylantrages zuständig ist.

Spenden willkommen

Die entsprechenden Behörden wurden von der Gemeinde über das Kirchenasyl in Kenntnis gesetzt, insbesondere die Ausländerbehörde im Kreis Unna und das Sozialamt Fröndenberg. Auch mit den zuständigen kirchlichen Stellen steht die Kirchengemeinde in engem Kontakt. Ein Unterstützerkreis hat sich schnell gefunden, dort wird die Versorgung und Begleitung der Frau gewährleistet. Das Kirchenasyl wird finanziell von der Gemeinde getragen. Daher sind Spenden herzlich willkommen. Damit werden Lebensmitteleinkäufe oder wenn nötig, medizinische Behandlungen ermöglicht. Spenden können im Gemeindebüro im Gemeindehaus Stift in der Eulenstraße abgegeben werden oder unter dem Stichwort „Kirchenasyl“ auf das Konto der Kirchengemeinde IBAN: DE51 4435 1740 0000 0498 58, BIC:  WELADED1FRN bei der Sparkasse Fröndenberg überwiesen werden.

Repressives Regime

Aus Eritrea fliehen die Menschen vor einem der repressivsten Regime der Welt. Die Sonderberichterstatterin der UN weist immer wieder auf schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen wie willkürliche Tötungen und Verhaftungen, Folter, sowie fehlende Meinungs-, Religions- und Versammlungsfreiheit hin. Eritrea wird auch als das afrikanische Nordkorea bezeichnet. Die Militärdiktatur in dem Nordost-afrikanischen Land treibt die Menschen seit Jahren zur Flucht, ungeachtet der Gefahr, in die sie sich dabei begeben.

Info Kirchenasyl: Mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat die Evangelische Kirche eine Vereinbarung getroffen. Danach gilt hierfür als Voraussetzung u.a., dass das Kirchenasyl gewährt wird, „um im individuellen Einzelfall begründbare besondere Härten“ abzuwenden. Ebenso muss das Presbyterium keine anderen Möglichkeiten der Gefahrenabwendung sehen (ultima ratio). „Mit einem Kirchenasyl treten Kirchengemeinden für Menschen ein, denen durch eine Abschiebung Gefahren für Leib, Leben oder Freiheit drohen, oder für die mit einer Abschiebung nicht hinnehmbare humanitäre Härten verbunden sind.“ So beschreibt es die Handreichung „Wenn ein Fremdling bei euch wohnt …“ der Ev. Kirchen von Westfalen, Rheinland und Lippe und der Diakonie. Kirchenasyl ist kein rechtlicher Begriff, sondern entspringt einer Jahrhunderte alten kirchlichen Schutztradition. Den Behörden ist ein Zugriff zwar nicht verwehrt, in der Regel wird aber das Kirchenasyl respektiert.

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